Wir sind ein echter Familienbetrieb

Am Vorabend der National Championship in Bremen haben wir zu einer besonderen Feier eingeladen. Vor 25 Jahren gründete der Senior die Voss Spezial-Rad GmbH, aus der mehrere unternehmerische Zweige entstanden sind, die ich heute weiterführe. Es war ihm immer wichtig, sich für neue Ideen Zeit zu lassen. Seine Ideen durften wachsen und sich zeitgemäß und marktorientiert verändern. Seine Geschichte ist vielleicht nicht typisch, aber ganz nach meinem Geschmack.

Von meinem Vater habe ich das Unternehmer-Gen geerbt

Kaum zu glauben, dass aus einer Firma für Entlüftungs-Armaturen zusätzlich die Voss Spezial-Rad GmbH entstanden ist. Bereits 1972 hatte sich mein Vater als Personenfirma mit automatischen Schnellentlüftern selbstständig gemacht und die Eigenmarke „PURG-O-MAT“ aufgebaut, die immerhin nach 50 Jahren noch auf dem Markt vertreten ist.

Als kleiner Junge durfte ich hautnah miterleben, mit welchem Einfallsreichtum mein Vater seine Firma geführt hat. Bei uns Zuhause gab es keine Trennung zwischen Firmen- und Privaträumen. Nebenan war ein Bauernhof, in einen der Räume hatte mein Vater geschraubt und eigene Qualitätskontrollen durchgeführt hat.

Ein ausgedienter Pferdestall diente als Lagerfläche und die Garage wurde auch für seine Zwecke benutzt. Als kleiner Junge war ich mittendrin.

Die ganze Familie sprach locker und entspannt am Telefon mit unseren Kunden

Das Telefon der Firma stand in unserer Wohnung. Es war selbstverständlich, dass alle Familienmitglieder für jedes Anliegen unserer Kunden freundlich zur Verfügung standen. Auch meine Oma, die zeitweise bei uns gewohnt hat, um auf mich aufzupassen, hat diesen Dienst übernommen.

Wenn ich heute darüber nachdenke, wie locker und entspannt es bei uns Zuhause zuging, staune ich darüber, dass diese Form der Kundenkontakte für mich heute undenkbar wäre. Dennoch habe ich in meiner Kindheit und Jugendzeit enorm viel gelernt.

Den Wert von Arbeit durfte ich durch meinen Vater kennenlernen

Ohne Druck, aber immer gegen Bezahlung, hat mir mein Vater Arbeitsaufträge angeboten. Er hat es mir überlassen, „Ja“ oder „Nein“ zu  sagen. Für einen Pfennig pro Stück habe ich Radiatorventile zusammengeschraubt und gelernt, dass gute Arbeit etwas wert ist und Zeit kostet.

Nebenbei waren diese Aufgaben ein gutes Training zu den Themen Geduld, Fleiß und Durchhaltefähigkeit. Wenn 1000 Werkstücke durch meinen Einsatz komplett werden durften, hat mich das am Ende des Auftrages mit Stolz erfüllt. Ich habe in dieser Zeit das kennenlernen dürfen, was man heute „Projektarbeit“ nennt.

Jeder Auftrag hat einen Anfang und ein Ende und zwischendurch sind Meilensteine zu überwinden, die ich als Jugendlicher mit dem Wort „Müdigkeit“ beschrieben hätte.

familie
Meine Familie

Mit dem Bulli unterwegs – und ich war immer dabei

Nachmittags fuhr mein Vater zu Speditionen nach Hamburg und ich bin super gerne mitgefahren. Auf der Fahrt hat er sich mit mir unterhalten. Welcher 11-Jährige Junge konnte sich in dieser Zeit über so viel Aufmerksamkeit freuen? Ja, ich war immer gerne dabei, wenn sich die Möglichkeit ergeben hat.

Ich bin sehr dankbar für diese natürliche Charakterschulung. Für mich war schon in meiner Jugendzeit klar, dass es Zusammenhänge zwischen Lohn und Arbeit gibt. Das Wort Leadership-Skills war meinem Vater vor 35 Jahren sicher nicht geläufig, aber er ist für mich das beste Beispiel für natürliche Autorität.

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